Das muss eine digitale Zeitung können

Die Frankfurter Rundschau beliefert zwanzig Tester drei Wochen lang mit einer digitalen eReader-Ausgabe der Tageszeitung plus einer Sonderausgabe “FR Exklusiv” mit Interviews und Reportagen. Die Probanden erhalten die digitale Zeitung wireless auf einen Sony Redader Touch Edition geliefert. Auf der Website der FR wird dies so beschrieben: 

Per Knopfdruck können Nutzer des eReaders neue Inhalte auf das Gerät laden und sparen sich so den Weg zum Briefkasten - und später zum Altpapier-Container. Einmal auf das schlanke Gerät im A5-Format kopiert, hat man seine Privatbibliothek immer dabei, ob am Frühstückstisch, in der Bahn oder im Café. Das flimmerfreie, augenschonende Display verbraucht zudem deutlich weniger Strom als ein Laptop oder Handy. Der eReader ist damit der ideale Reisebegleiter. Eine Batterieladung reicht für das Lesen mehrerer Bücher.



Um an dem Experiment teilzunehmen, müssen Leser einen Fragebogen online ausfüllen. Die 20 Tester werden nach verschiedenen Kriterien aus allen Bewerbern ausgewählt. Ziel ist es, die Meinungen möglichst unterschiedlicher Lesertypen zu sammeln: Zeitungsabonnenten und reine Online-Leser, jung und alt, Technik-begeistert oder eher -kritisch. Die Chance, an dem Test teilzunehmen, lässt sich also durch ein bestimmtes Antwortverhalten nicht erhöhen.

Auch wenn ich leider nicht zu den Testern gehöre, steuere ich gerne meine bisherigen Erfahrungen mit digitalen Zeitungen bei. Ich habe mir angesehen, was dazu in den USA für den Kindle angeboten wird. Dazu gehört auch die FAZ, die bereits seit einiger Zeit in deutscher Sprache über Amazon in den USA auf den Kindle geliefert wird. Besonders gut gefällt mir auf dem Kindle jedoch die New York Times.

Ich denke, digitale Zeitungen haben folgendes Potential:

  • Papierlose Zustellung, egal wo ich mich gerade befinde. Ob auf der Geschäftsreise, im Urlaub oder zu Hause.
  • Keine Probleme mit Altpapier, siehe oben.
  • Suche nach Stichwörtern, schnelles Ansteuern der Artikel, die mich interessieren.
  • Unbekannte Wörter können in Lexika oder Wörterbüchern nachgeschlagen werden (brauche ich natürlich nicht!).
  • Einbindung von Wikipedia, um weiterführende Informationen zu recherchieren.
  • Bequemeres Lesen in überfüllten U- und S-Bahnen.

Was mir nicht so gut gefällt:

  • Bilder derzeit leider nur ein Schwarz/Weiß.
  • Navigation, jedenfalls auf dem Kindle, umständlich und langsam. Da bietet der Sony Reader mit seinem Touchscreen eine bessere Usability.
  • Keine Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über alle Inhalte zu verschaffen.

Von einer digitalen Zeitung, die ich jeden Tag gerne lese, wünsche ich mir insbesondere:

  • Die Möglichkeit, einen schnellen Überblick über alle Inhalte einer Rubrik zu gewinnen. Die Artikel, die mich interessieren, möchte ich dann schnell und direkt ansteuern können.
  • Weiterführende Weblinks, die ich auf dem Gerät öffnen kann.
  • Integration eines Service wie Evernote, Instapaper oder Read It Later, um ganze Artikel oder Ausschnitte speichern zu können.
  • Integration von Social Media-Services: Posten zu Twitter, del.icio.us, Facebook etc.
  • Links zu besonders interessanten Beiträgen möchte ich per Mail versenden können.

Anders ausgedrückt: Es wäre witzlos, würde man auf einem eReader lediglich die Funktionalität einer Printausgabe nach ahmen. Vielmehr hoffe ich, dass es der FR und anderen gelingt, die Funktionalität des neuen Mediums eReader optimal zu nutzen.

Mich würde interessieren, wie andere das sehen. Bitte nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion oder die Foren.

 beam - Die eBook Bibliothek