eBooks im iPhone App-Store: Schrott en masse
3. November 2009 - 13:02 – Thorsten
Nachdem der US-Marktforscher Flurry soeben die nebenstehende Grafik veröffentlichte, folgernd manche daraus, Apple habe die Jagd auf den Kindle eröffnet. Die Grafik vergleicht den Anteil von Spielen und von eBooks an den neu im Store zugelassenen iPhone-Applikationen. Im September sind erstmals mehr neue eBooks als neue Spiele erschienen. Doch kann man daraus schliessen, dass Apple jetzt zur Jagd auf den Kindle bläst?
Jeder der sich im Apple-Store einmal das Angebot an eBooks angesehen hat, kann eigentlich nur den Kopf schütteln. Es besteht nahezu ausschliesslich aus Werken, deren Copyright bereits abgelaufen ist oder einfach nur aus Schrott, den kein seriöser Verlag veröffentlichen möchte. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
Ein Vergleich der Neuzulassungen von Büchern und Spielen im App-Store hinkt, weil eBooks ungleich schneller zusammengeschustert sind, als Spiele programmiert. Wenn man sich einmal einige der Bücher im App-Store wirklich ansieht, dann sind das häufig schlichte Textdateien, die man durchscrollen kann bis der Daumen wund ist. Eine ausgereifte Reader-Funktionalität fehlt sehr oft ganz. Hier sind augenscheinlich Glücksritter am Werk, die sich beim Projekt Gutenberg einen Public-Domain-Text schnappen, ein Icon drauf kleben und im App-Store für 99 Cent anbieten. Aus der Tatsache, dass es sehr viele solcher Angebote gibt, lässt sich nur folgern, dass dieses Vorgehen profitabel ist. Von Apple gesteuert ist dies Entwicklung mit Sicherheit nicht.
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