eBooks vs. Totes Holz

Das eBook oder der Tag als die alten Medien Morgenluft witterten ist ein durchaus intelligenter Kommentar zum Thema eBooks vs. "richtige" Bücher. Hierauf gibt es einiges zu antworten. Da ist zunächst die Frage "warum ein Kleinstcomputer, der im Prinzip nur Buch kann?" Eine durchaus berechtiget Frage, immerhin schleppt wahrscheinlich jeder schon zwei bis drei solcher "Kleinstcomputer" tagtäglich mit sich herum. Wäre es da nicht besser, alles in nur einem Gerät zu integrieren?

So verlockend das klingen mag, mir würde es nicht gefallen. Das ist für mich eine Frage des Fokus. Wenn ich mich in Ruhe und Abgeschiedenheit einem eBook widmen möchte, dann bitte nicht auf einem Gerät, bei dem ich jederzeit damit rechnen muss, von einer Mail oder einem Anruf überfallen zu werden oder auf dem ich noch vor kurzem meine Bankgeschäfte abgewickelt habe. Ich bin der Meinung, spezialisierte Geräte haben ihre Berechtigung. Schliesslich kocht mein Toaster auch keinen Kaffee.

Bleibt der Aspekt des bleibenden Wertes eines Buches aus totem Holz, die Aura, die ein eBook sicher nicht hat. Große Literatur als eBook, das ist für mich so, wie eine Oper als MP3. Das passt einfach nicht. Doch es gibt nicht nur literarisch wertvolle Werke. Es gibt auch so etwas wie "Gebrauchsliteratur". Wenn ich mir anschaue, was ich derzeit auf meinem Kindle lese, so ist klar, dass diese Werke in spätestens 5 Jahren überholt sein werden. Ich lese, dass mag mich von dem Kommentator unterscheiden, fast ausschliesslich Fachliteratur. Dafür ist das Medium eBook bestens geeignet. Wenn ich einmal Belletristik lese, bevorzuge ich ebenfalls Papier. Allerdings wandern die meisten Paperbacks nach dem Konsum ins Altpapier. So gesehen, bin ich wohl ein Junkfood-Junkie, wenn es um Bücher geht.

Kommentare

Frevel

Du schmeißt Bücher, also Romane, weg, wenn Du sie gelesen hast? Welch Frevel....
Ich bin da ja sehr konservativ. Ein Buch dem Schlund eines schäbigen Altpapierkontainers zu überlassen, kommt in meinen Augen einem feigen Mord gleich. Schließlich kann sich ein Buch ja nicht wehren :-)
Im Ernst: Ich käme nie auf den Gedanken auch nur ein Buch wegzuwerfen, sei es noch so schlecht. Ich habe noch Bücher meines Opas, die 60 Jahre oder älter sind. Es bräche mir das Herz sie wegzuwerfen. Außerdem, man weiß ja nie: vielleicht hat man ja mal Lust ein gutes Buch zweimal zu lesen.

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