Medientage München: "Experten" glauben, dass eBooks Bücher verdrängen werden

Das hat mich dann doch umgehauen. Auf den derzeit laufenden Münchner Medientagen hat eine Online-Umfrage unter 100 „Experten“ ergeben, dass 19% glauben, „dass eBooks das Potential haben, gedruckte Bücher zu ersetzen“. Ich denke, das muss man etwas differenzierter betrachten.

Was heisst "ersetzen"? Wenn ersetzen bedeutet, dass Werke, die früher gedruckt wurden, in Zukunft nur noch als eBook produziert werden, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass dies in vielen Fällen passieren wird. Genau so, wie einige Zeitschriften heute ausschliesslich noch als Online-Version existieren, so wird das auch bei Büchern der Fall sein. Dies ist sogar sehr sinnvoll, wenn es sich hierbei um Nachschlagewerke oder Ähnliches handelt, die erheblich von der Suchfunktion der eReader profitieren. Wenn „ersetzen“ in diesem Sinn gemeint ist, wundert es mich, dass 80 Prozent der Befragten dies nicht sehen können.

Man könnte „ersetzen“ aber auch in einem globalerem Sinne begreifen. Dann würde die Frage lauten: „Gibt es in Zukunft nur noch eBooks und keine gedruckten Bücher mehr?“ Dies wird wohl - für die vorhersehbare Zukunft - kaum jemand, der sich mit der Materie auskennt, bejahen können. Auch wenn einmal eBooks Mainstream sein sollten, grafisch aufwändig gemachte Bücher oder Bildbände und Ähnliches werden sicher noch lange Zeit gedruckt angeboten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein „Experte“ dies anders sieht.

Fazit: Die Frage ist wahrscheinlich mal so mal so interpretiert worden. Anders ist dieses Ergebnis nicht zu erklären. Da hätten die Kollegen vielleicht etwas länger über die Fragestellung nachdenken sollen, dann wären auch aussagekräftige Ergebnisse heraus gekommen. So ist das ganze nur ärgerlich.

Kommentare

Keine Bücher mehr

Da kann man mal sehen, wie BILD-like viele Dinge propagiert werden. Wer ernsthaft glaubt in "naher" Zukunft würde es keine gedruckten Bücher mehr geben, der kann sie nicht alle auf dem Zaun haben. Ich würde niemals mehr einen Roman als eBook lesen. Die gesamte Atmosphäre geht komplett flöten. Kein Papiergeruch mehr, kein Blättern, keine Gemütlichkeit nichts.... nur "kalte" Info-Konsumierung. Ne.......

Die Zukunft

Auch ist fraglich ,in welchem Zeitrahmen hier gedacht wurde. In ferner Zukunft ist es schon vorstellbar, dass mit neuen Technologien wie faltbare und fabige E-Ink Panels, das gedruckte Buch in eine Nische gedrückt wird. Spätestens in 2-3 Generationen wird auch das haptische Erlebnis keine so große Rolle mehr spielen. Ich habe es lange auch nicht geglaubt bis ich selber eine Kindle getestet habe und relativ schnell das Gerät beim Lesen vergessen habe. Seitdem bin ich der Meinung, dass die Haptik beim Lesen einfach zu übertrieben bewertet wird.

In naher Zukunft ist es natürlich undenkbar, dass das gedruckte Buch seine Dominanz auf dem Büchermarkt verliert.

Die Zukunft

Auch ist fraglich ,in welchem Zeitrahmen hier gedacht wurde. In ferner Zukunft ist es schon vorstellbar, dass mit neuen Technologien wie faltbare und fabige E-Ink Panels, das gedruckte Buch in eine Nische gedrückt wird. Spätestens in 2-3 Generationen wird auch das haptische Erlebnis keine so große Rolle mehr spielen. Ich habe es lange auch nicht geglaubt bis ich selber eine Kindle getestet habe und relativ schnell das Gerät beim Lesen vergessen habe. Seitdem bin ich der Meinung, dass die Haptik beim Lesen einfach zu übertrieben bewertet wird.

In naher Zukunft ist es natürlich undenkbar, dass das gedruckte Buch seine Dominanz auf dem Büchermarkt verliert.

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