txtr ohne WLAN und ohne USP
30. November 2009 - 22:33 – ThorstenDie Nachricht des Tages kommt aus Berlin - und leider ist es keine gute. Nur zwei Tage vor Verkaufsstart hat unsere deutsche eReader-Hoffnung txtr einen erheblichen Dämpfer bekommen. Angeblich auf "vielfachen Wunsch" wird der eReader zunächst ohne WLAN-Adapter ausgeliefert. Quasi als Wiedergutmachung für den Feature-Entzug wird der Verkaufspreis von ursprünglich 319€ auf 299€ gesenkt. Dies kann jedoch kaum darüber hinweg trösten, dass das wesentliche Alleinstellungsmerkmal des txtr-Readers damit dem Rotstift zum Opfer gefallen ist.
Die Connectivity des txtrs besteht jetzt in einem mageren EDGE-Zugang zum hauseigenen eBook-Store mit derzeit 20.000 Dokumenten. Der eigentlich interessante Zugang zur txtr.com-Plattform ist nur mit einem monatlichen Abo mit Kosten von bis zu 15€ möglich. Gerade diese Online-Plattform mit ihren Social-Networking-Funktionen und der Möglichkeit, Texte aus dem Web dort abzulegen, um sie auf dem Reader zu lesen, war für mich das entscheidende Alleinstellungsmerkmal. Nur deshalb habe ich ein Gerät vorbestellt. Diese Option werde ich jetzt wohl nicht wahrnehmen.
Warum txtr sich so kurz vor dem Verkaufsstart zu diesem Einschnitt entschlossen hat, darüber kann ich nur Spekulationen anstellen. Es wäre jedoch durchaus denkbar, dass lukrative Verlagsdeals leichter abzuschliessen sind, wenn der Zugang zum kostenlosen Online-Content prohibitiv teuer ist.
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Kommentare
Meine Sicht der Geschehnisse bei txtr.
Hallo Thorsten,
schliesse mich an, diesen Schritt finde ich auch schade.
Wenn ich spekulieren sollte dann würde ich die Gründe für diesen Schritt allerdings in der Entwicklung des Gerätes sehen. Aus irgend einem Grund wäre es wohl sonst wieder nicht fertig geworden. Und noch einmal verschieben - geht gar nicht in dieser wichtigen Vorweihnachts-Zeit und Marktphase, ohne sich unglaubwürdig zu machen.
Deshalb pünktlich raus und das vermeintlich "kleinere Übel" wählen und das "Problem-Feature" rauslassen, PR-mässig noch notdürftig verpackt in einen Kundenvorteil -> Preisnachlass.
Dass Wizpac hier in letzter Minute noch Möglichkeiten zum Mehr-Verdienst sieht und so taktiert, halte ich für unwahrscheinlich. Gerade weil hier für ungewisse Mehreinnahmen durch Verlagsdeals (die ja erst bei einer weiten Verbreitung interessant werden, was durch diese Aktion unwahrscheinlicher wird) ein für viele wichtiges Kaufkriterium und USP (du sagst es selbst und die Reaktionen auf dem inoffiz. txtr-Blog sprechen ebenfalls Bände) geopfert wird.
Welcher Marketer würde das tun?
Viele Grüße,
Martin
Es bleiben Fragen
Hi Martin, wie du richtig sagst, es ist alles Spekualtion, aber für mich passt da einiges nicht zusammen:
Gruß,
Thorsten